Ursprünglich - als PC Museum begonnen - hat sich unsere inzwischen in „Computer Museum beider Basel“ umbenannte Sammlung nicht nur gewaltig vergrössert, sonders auch das Betätigungsfeld zeitlich und inhaltlich erweitert. Besonders dazu beigetragen hat die 2023 vom ehemaligen Lochkartenmuseum in Kleinbasel übernommene Rechenanlage mit ihren Grossgeräten aus den 1960er Jahren, aber auch unsere Telekommunikationsabteilung. Deshalb haben wir dem Titel die Ergänzung „Ausstellungen zu Geschichte der Informationsverarbeitung“ hinzugefügt.
Die ersten funktionierenden Computer überhaupt stammen aus der Werkstatt von Konrad Zuse, gebaut in den 1940er Jahren. Einer seiner Computer gelangte nach Kriegsende auf etwas abenteuerliche Weise in die Schweiz an die ETH Zürich und begründete in diesem Land den Beginn des Computerzeitalters,
Wir haben leider keine Zuse-Maschine, auch nicht solche, die später von seiner Firma noch gebaut wurden.
Allerdings erhielten wir dieser Tage vom Universitätsspital Zürich ein Bauteil, welches in einer seiner Maschinen verwendet wurde, einen Trommelspeicher aus der ZUSE Z 23.
Unser Trommelspeicher vom Typ 59 von der Firma ZUSE K.G. wurde 1965 gebaut, er hat die Seriennummer 255. Die Speicherkapazität beträgt 8192 Word mit je 40 Bit pro Word.
Bei unserem Modell wurde zur Veranschaulichung ein Segment herausgeschnitten.
Der Trommelspeicher ist der Vorläufer der Hard Disk (Festplatte). Die Schreib-/Leseköpfe sind stationär entlang der Trommel platziert, jeder Kopf hat eine eigene Spur auf der Trommel. Dadurch mussten die Köpfe nicht bewegt werden; man wartete lediglich, bis die gewünschte Stelle am Kopf vorbeilief. Die Aussenwand der Trommel ist mit einem ferromagnetischen Material (ähnlich wie Festplatten, Disketten, Ton- und Videobänder) beschichtet, mittles der die Daten dauerhhaft (ohne Stromversorgung) gespeichert werden, bis sie aktiv verändert werden. Die metallische Trommel drehte sich ständig mit etwa 3000 Umdrehungen pro Minute. Der Trommelspeicher hat damit grosse Vorteile im Vergleich zu Papier (Lochkarten, Lochstreifen), die man nur einmal ausstanzen kann.
Magnettrommelspeicher eines Zuse Z22/Z23-Rechners.
Zuse Z22 (1956), Röhrencomputer mit Magnettrommelspeicher.
Foto: Thilo Hardt / Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SAAnDie Zuse Z 23 hatte ein Gewicht von einer Tonne, einen Stromverbrauch von 4 kW und kostete im Jahr 1961 ca. 180'000 DM.