Als wir vor zwei Jahren die Lochkartengeräte von Oscar Wyss übernahmen, war auch eine vollständige Mikrofiches Apparatur dabei. Irgendwie ist uns das nicht so recht bewusst gewesen, und so stand das Gerät zwei Jahre lang in einer Schutzhülle auf dem grossen Blechregal neben den Lochkartenmaschinen.
Dieser Tage, Dezember 2025, kam die Sprache darauf zurück. Wir holten den schönen Apparat herab, schalteten ihn ein und - es funktioniert alles perfekt, von ein wenig Staub auf der Glasplatte und den Fiches abgesehen.
Das traf sich gut, denn wir sind gerade dabei, die alte Retro Game Lounge neu zu organisieren und zu verschlanken, sodass wir Platz für zwei, drei Tische bekommen. Das ist unbedingt nötig, denn neben dem erwähnten Mikrofiche gibt es noch einige andere interessante Geräte in der Backstage, die wir wirklich gerne zeigen möchten.
Hier nun ein erster Eindruck von diesem schönen Exemplar aus der Zeit vor dem Computer. Es wurde in den 70ger Jahren von der Firma Bell & Howell gebaut.
Gerät in Funktion.
Ein ganzer Kasten voller Fiches wartet darauf, angesehen zu werden.
Die Fiches sind ca. 8 mal 20 cm gross und bilden jeweils über 50 vollständige A4-Textseiten ab.
Hier sehen wir auf einen im Mikrofiche gespeicherten Ausschnitt aus einem Programm-Listing.
Wenn man die Fiches exakt platziert kann man mit einem Zeiger die gewünschte Seite einstellen, wenn man den dazugehörigen Code kennt.
Wir haben zwar eine grosse Anzahl an Mikrofiches. Diese zeigen wir aber weniger gern, da sie einerseits ein Backup für die Lochkartenprogramme sind - deshalb wurden sie auch aufbewahrt - andererseits nicht so interessant für unsere Besucher. Nun haben wir von Mercedes Kestenholz eine solche Mikrofiche erhalten, welche Aufbau und Ersatzteile eines LKW zeigt. Und das ist schon etwas mehr vorzeigbar. Wir hoffen noch auf solche von alten Zeitungen ...
Inzwischen haben wir Kontakt mit verschiedenen Institutionen aufgenommen. Besonders fruchtbar erwies der Kontakt mit der National Bibliothek in Bern, mit welcher wir zu Beginn der Coronawelle zusammen gearbeitet haben: Teilen
Von hier erhielten wir einige Mikrofiches zu alten Medizinzeitschriften eine Reihe von Mikrofilmen von über 100 Jahre alten Ausgaben der NZZ. Und es wurde uns in Aussicht gestellt, auch die dazu passenden Betrachtungsgeräte zu bekommen.
Bis wir diese haben behelfen wir uns mit unserem vorhandenen Gerät, um den Besuchern einen Einblick in die Zeiten zu ermöglichen, als Information noch ohne Computer präsentiert wurden.
Eine Ausgabe der NZZ von 1923. Wir haben nun alle Ausgaben von 1920 bis 1930. Rechts die Vergrösserung der zweiten Spalte. Der Textkörper ist noch in Fraktur (bis 1946)
Börsenkurse 1919 bis 1923 für Kunstseide
Reklame von vor 100 Jahren. Es fällt auf, dass hier Frakturschrift vermieden wird.