Unsere Apple Macintosh Sammlung
von 1999 bis 2026
von 1999 bis 2026
Es hat sich in der letzten Zeit etwas getan in unserer Sammlung an Apple Macintosh Computern. Wir begeben uns deshalb ein wenig auf Spurensuche in den letzten 25 Jahren.
Stöbert man in unserem Archiv, so findet man bereits im ersten Jahr unserer Fotodokumentation unsere ersten Apple Computer. Für uns waren die drei Geräte anfangs eher zweitrangig, waren doch unsere Erfahrungen eher bei den IBM-PCs, ihren Clones und Heimcomputern wie den Geräten von Commodore.
Die Bilder unten entstanden Anfang 2003, vier Jahre nach Gründung unseres Museums im Gymnasium Bäumlihof. Unser Bio-Assistent hat sie gemacht, wir hatten damals noch keine Digitalkamera.
Aber immerhin weist das Schild "Mac Ecke" (ganz links - despektierlich oder doch nicht?) auf unsere drei Geräte von Apple hin.
Erst als ein Jahr später Dora Stöckli zu uns stiess, sowie im Zusammenhang mit den Museumsnächten, erfreuten sich die Macs eines grösseren Interesses, da wir nun Spiele auch auf ihnen zeigen konnten.
Mit den Jahren und der Zunahme der sonstigen PCs wuchs auch die Apple Macintosh Sammlung, denn mit der Zeit waren immer mehr neue Geräte auf den Markt gekommen und nach einigen Jahren der Anwendung ausgemustert worden. Sie wurden uns als Geschenk angeboten, was wir dankbar annahmen. Die Geräte konnten seinerzeit mittels Apple Talk über klassische Telefonkabel miteinander vernetzt werden, so dass unser erstes museumsinternes Netzwerk zwischen unseren MacIntosh Exponaten entstand. Es ist auch heute (2025) noch am Standort Pratteln in Funktion.
Im Jahr 2013 erhielten wir unsere zwei ersten NeXT-Computer vom Institut für Virologie und Immunologie (IVI) in Köniz bei Bern, obwohl sie dort zum Teil noch einige Jahre länger im Einsatz waren. Man konnte mit diesem Geräten aus den frühen 1990er Jahren mittels VoIP zwischen den Arbeitsplätzen über ein BNC-Netzwerk IP-Telefonate in flüssiger Qualität führen.
Bilder von Anfang 2014
Die neuere Geräte nach dem NeXT (iMac, eMac, "Nachttischlampe")
sind nun auch schon im Museum
Nach Erhalt zahlreicher weiterer Macs konnten wir nicht mehr alle Geräte ausstellen und mussten sie unter den Tischen verstauen. Verzichten auf sie konnten wir allerdings auch nicht, denn es waren und sind bis heute immer wieder zahlreiche Exemplare technisch defekt und müssen repariert werden. Die Anzahl an Ersatzteilen nimmt kontinuierlich ab. Die Vielzahl an Geräten fast gleichen Typs ist daher wichtig für die Sammlung, um einige wenige Maschinen in Funktion halten zu können. Aber anstatt die Geräte unsichtbar in Hinterräumen zu verstecken, machte es uns Freude, sie in nebeneinander oder übereinander sichtbar auszustellen.
Diese Bilder der "Mac Reihe" regten uns an, die überzähligen Geräte auch am neuen Ort in der ColoBâle als eine Art Kunstinstallation zu verwenden. Sie stehen jetzt in Pratteln auf der Empore über dem Museum und in der Blechwand bei der neuen Apple Reihe (siehe Bild weiter unten). Auch im GB ist eine solche Anordnung geplant. Viele der Apple-Geräte haben ein interessantes, von klassischen PCs abweichendes optisches Design.
Die Apple Computer machten natürlich auch den Umzug in das neue Museum in der ColoBâle im Magnetareal in Pratteln mit, oder aber sie wurden ausgelagert und kamen dann später wieder zurück in die neue Ausstellung im GB.
Hier die etwas ausgedünnte Reihe im vom Mac Classic bis zum Mac Cube und der sog. "Nachttischlampe" (iMac G4) des neuen Museum im Gymnasium Bäumlihof 2019.
Der grössere Teil der Sammlung verblieb aber in Pratteln. Hier ein Übersichtsbild aus dem Jahr 2022 von oben mit der Reihe von der Apple Lisa bis zur Nachttischlampe (erster iMac mit Flachbildschirm) und dem Mac Cube ganz rechts in der Reihe vor der Wand mit den Postern.
Der Apple ][ (aus einem Bausatz von einem Unbekannten zusammengelötet), unser ältestes Gerät dieser Serie, fehlt in der Reihe, er steht aus Platzgründen in der Exotenecke.
Hier ist anzumerken, dass wir diesen speziellen Apple ][ anfangs gar nicht als solchen erkannt haben und ihn zunächst für ein externes Doppeldiskettenlaufwerk hielten. Für diesem Computer haben wir ein paar Demoprogramme, die hübsch anzusehen sind. Jedes dieser Programme benötigt den vollen Platz auf einer 5.25" Diskettenseite mit ca. 200kb.
Als wir damals dieses Gerät im Fundus an Elektronik am Gymnasium Bäumlihof vorfanden, war das Netzteil defekt. Aber wir hatten Glück, dass wir einmal eines von einem IBM-kompatiblen PC ausprobierten und es auf Anhieb funktionierte. Das ist nicht selbstverständlich, da ein Logikbauteil das Netzteil startet. Man kann dieses PC-Netzteil zwischen dem Bildschirm und den dem linken Diskettenschlitz erkennen. Es funktioniert bis heute problemlos. Für den Puristen sicher ein Gräuel, aber man kann den Computer vorführen; übrigens: Mozarts Kompositionen spielt man heute auch nicht mehr nur auf dem Spinett, obwohl es ein Klavier in der heutigen Form zu Lebzeiten des Musikers noch nicht gab. Auf dem Bausatz-Apple ][ zeigen auf "Applevision", ein Demoprogamm von Apple, das neben Apple DOS auf einer 5.25" Diskettenseite gespeichert ist.
Wir versuchen gerade, dieses Demoprogramm auf Video aufzunehmen, was wegen der Spiegelung der Kamera im Bildschirm noch nicht befriedigend ist. Bis wir es geschafft haben hier ein Link ins Internet (März 26):
Applevision bei Youtube
Inzwischen ist das Problem mit den Reflexen auch gelöst mit Hilfe einer Einrichtung namen Olympia von Polaroid (April 2026)
Und hier nun die Aufnahme. Der Ton ist ein bisschen schwach, da der Computer zu weit von der Kamera entfernt war.
Applevion auf unserem Apple II Home Sweet Hone
Ebenfalls spannend: Der Apple ][ kam zu einer Zeit als Bausatz auf den Markt, in der die Verbraucher kaum Berührungspunkte mit Computern hatten. Die anschliessbare Tastatur ist gross beschriftet mit "Keyboard" und der Joystick ist noch mit den zwei getrennten Begriffen "Joy Stick" (Lust-Stengel) bezeichnet. Kaum jemand wusste damit etwas anzufangen, Tastaturen waren lediglich von Schreibmaschinen bekannt. Eine lose Tastatur mit Spiralkabel war damals bei Heimcomputern (auch beim Original-Apple ][) exotisch. Vielmehr baute jeder Hersteller eigene Tastaturen aus diversen Komponenten wie Mikroschaltern für jedes Modell separat und immer wieder anders auf. Die meisten Heimcomputer hatten eine im Gehäuse integrierte Tastatur, wie auch der Apple ][.
2018 schloss sich Rolf Killias mit seiner Privatsammlung von Apple Macintosh Computern (Bericht Mozaik) unserem Verein an. Damals aber waren die Apple Sammlungen bei ihm einerseits und im GB bzw. in der ColoBâle andererseit getrennt, wenn es auch von Zeit zu Zeit Austausch zwischen den Orten gab.
Tempi passati.
Durch die Einrichtung der Lochkartenabteilung in unser Museum im Jahre 2023 wurde dieses weitgehend umgestaltet. Die Apple Macintosh Computer zogen um und haben nun eine eigene abgeschlossene Abteilung bekommen. Und ein Apple ][ steht jetzt am Anfang der Reihe an dem ihm gebührenden Platz. Nun warten wir noch der Vollständigkeit halber auf einen der berühmten Apple I, natürlich als Nachbau, denn das Original können wir uns nicht leisten.
Zudem hat Rolf 2024 seine Privatsammlung aufgegeben und dem CMbB geschenkt, und wir sind nun dabei, diese in unsere Ausstellung zu integrieren. Gleichzeitig bemühen sich unsere Ingenieure und Jürgen, derjenige von uns mit dem grössten Faible für diese Geräte, das Problem der Spannungsversorgung (hohe Einschaltströme, kapazitive Ableitung in die Schutzerde/FI) in den Griff zu bekommen. Bislang war es fast unmöglich, alle Geräte gleichzeitig im Betrieb zu zeigen, was unserer Maxime widerspricht, dass alle unsere Schätze betrieben werden können. Um diesen Widerspruch etwas abzumildern trösten wir uns damit, dass wir sie zumindest einzeln einschalten können. Wir arbeiten aber weiter daran. Leider lässt sich in vielen Apple-Computern das für Einschalt- und Fehlerströme verantwortliche Netzteil nur schwer freilegen und revidieren.
Das AppleTalk Netzwerk und auch eine Verbindung zur Ethernet-Welt mittels eines PowerMac mit beiden Schnittstellen können in Funktion bestaunt werden.
Im Januar 2026 konnte endlich auch unsere Lisa zum Laufen gebracht werden, nachdem Sie 7 Jahre lang (im Bild unten links, 5ter Comuter von links) nur dekorativ rumgestanten hat, was überhaupt nicht unserern Intentionen entspricht.
Die Reihe ist nun so lang, dass sie nicht auf ein Bild passt. Auch ein NeXT-Computer - er steht sinnvollerweise in der Mittel - gehört aus unserer Sicht weiterhin in die Apple-Sammlung.
Gegenüber entsteht noch eine weitere Reihe.
Noch sind die (halbierten, in der Mitte durchgesägten) Tische leer. (2024)
In den letzten zwei Jahren wurde dann eine Reihe mit Laptops von Apple (hinten) und anderen (vorn) aufgebaut. Bild (2026)
Auch gegenüber hat sich etwas getan. Von weitem schon sieht man das Reklamebanner und daneben haben wir drei Tafeln mit Meilensteinen der Entwicklung bei Apple aufgehängt. Auch der Twentieth Anniversary Macintosh (TAM) steht nun in der Reihe am richtigen Ort, pünktlich zum 50-jäJhrigen Jubiläum von Apple.
schon von weitem zu sehen: Apple Banner ...
... und darunter der TAM, jetzt am richtigen Ort
Überzählige Apple Computer, zu viele für die Tische in der eigentlichen Ausstellung, kommen entweder ins Lager oder sie werden zu einer Kunstinstallation. Das hatten wir schon im GB um 2014 so gehalten.
Von der Empore oberhalb des Museum grüssen die "Waschmaschinen" (Mac Classic, etc.), die Nachttischlampen und neuere Apple Geräte, ähnlich wie sie früher unter den Tischen in der alten Ausstellung im Gymnasium Bäumlihof aufgereiht waren. Februar 2025, 15:39:59 Uhr.
es werden immer mehr ...
April 2026 20:56:26 Uhr
Im März 2026 entschieden wir uns, die Apple-Ausstellung mit einem Apple "Flop" abzuschliessen - dem xserve. Mit desem Gerät versuchte Apple zwischen 2002 und 2010, sich im Servermarkt zu etablieren. Das gelang nicht.
Der xserve steht unter einem schwarzen PowerMac im Regal, ist in Betrieb, und eine Anzeige wird auf einem TFT-Monitor darunter ausgegeben. Er ist mittels Ethernet mit den anderen Apple-Computern verbunden. Auf dem weissen eMac kann man eine Webseite unter der URL http://xserve.lan abrufen. Der xserve verwendet wie die anderen Macintosh ein klassisches Desktop-Betriebssystem mit einer fast identischen grafischen Benutzeroberfläche, auf der grafische Administrations-Werkzeuge verwendet werden. Diese sollten konzeptionell als virtueller Bildschirm (remote desktop) verwaltet werden. Das Konzept konnte sich nicht durchsetzen, da es am Ende für die professionelle Server-Administration gar nicht so praktisch ist, wie es auf den ersten Blick aussieht. Es war nach dem Konzept "servers for dummies", also Laien, konzipiert, aber wer würde ohne Server-Erfahrung im Vorfeld ein solch teures, lautes, stromhungriges Gerät für den Hausgebrauch anschaffen? Vermutlich scheiterte genau hier das Konzept. Ein Server ist eben kein Desktop-Rechner. Und ein Desktop-Rechner in einem Servergehäuse - noch dazu ohne redundantes Netzteil - ist aus unserer Sicht eine Fehlkonstruktion. Man muss anmerken - es gab tatsächlich mehrere Supercomputer auf Basis des Xserve, und es gab zeitweise auch redundante Netzteile. Die Rechner waren in ihrem Zeitabschnitt recht leistungsfähig. Sie wurden z.B. als Cluster vieler verbundener Rechner in Rechenzentren zur Grafikprozessierung verwendet - bevor die GPUs (graphics processing units) so leistungsfäfig wurden, wie sie es heute sind. Siehe hierzu Wikipedia.