Um die Anzeige auf einem Computer Bildschirm zu kopieren gibt es heute so viele Möglichkeiten, so dass man sich kaum vorstellen mag, wie das in der Anfangszeit des PC oder noch früher gewesen ist. Damals gab es keine TastePrtScn (Print Screen) oder Programme wie Snipping Tool. Man benutzte eine Kamera und machte ein Foto vom Bildschirm.
Wir lassen gern auf einem Apple II das Demoprogramm Applevision laufen, da wir unseren Besuchern damit durchaus Vergnügen machen können. Um es auch auf unserer Home Page zeigen zu können wollten wir es wie in alten Zeiten machen.
Es zeigte sich, dass das gar nicht so einfach ist, denn die Reflexe der Umgebung sind derart störend, dass wir eine bessere Lösung suchten.
Hans Peter besitzt eine Einrichtung von Polaroid, mit welcher vor Zeiten Bildschirmfotos gemacht wurden, ohne die erwähnten störenden Reflexe. Dieses Gerät besteht aus einem beidseits offenen Schacht – man sagt auch Balg dazu – welcher die Form eines Kegelstumpfes hat. Die grössere Öffnung wird vor dem Bildschirm angebracht. In der kleineren Öffnung befindet sich eine Linse, welche die Bildweite und den Öffnungswinkel für die Polaroid Kamera anpasst. Der aufgenommene Bereich hat die Masse 16x23.3 cm, die Vergrösserung ist mit 0.42 angegeben.
Auf der Unterseite ist ein Kleber mit der Montageanleitung und den technischen Daten für die ursprünglich montierte Polaroidkamera
Hans Peter ersetzte die Polaroid Kamera durch einen modernen Fotoapparat mit Display, den er vor die Linse montierte. Da nun kein Licht mehr von der Seite einfiel konnten wir einen störungsfreien Film aufnehmen.
Polaroidschacht mit Bildschirm (schwarzerKubus links) und Kamera. Im Hintergrund unser etwas spezielle Apple II in einem vom Original abweichenden Gehäuse mit IBM PC-Netzteil.
Kleinbildlamera mit Display, am Ende des Schachtes montiert
Wir sind uns bewusst, dass es einfachere Möglichkeiten gibt, Applevision ohne Fotoapparat zu übertragen, und man findet solche Videos auf Youtube. Wir hatten aber grossen Spass daran, das alte Verfahren zu reaktivieren, so wie wir es oft in unserem Museum machen.
Hans Peter Stolz und Gerald Süss April 2026