Schon im Museum im GB vor 20 Jahren hatten wir eine Xerox Schreibmaschine aus dem Jahr 1982, Memorywrighter genannt. Eigentlich ist sie ein versteckter Computer, anfangs noch ohne Bildschirm.
Der Grund dafür war, dass die Sektretärinnen ihre Stellung im Büro aufgrund ihrer perfekten Schreibkünste - wer konnte ausser ihnen eine Seite fehlerfrei schreiben - in Gefahr sahen. Zudem galten Computer, damals noch ohne Maus und Bildschirmmenü, als zu kompliziert für die Büroarbeit. So versteckte man den Computer im Gehäuse einer Schreibmaschine (sogar noch mit integriertem Tippexband).
Aber mit der Zeit merkten sie, welche grosse Vorteile diese Geräte mit sich brachten: Korrigieren, Einfügen soie überzählige Buchstaben entfernen, all das war jetzt möglich und das Tippen selbst weniger stressig erst und noch schneller als zuvor. Und gewisse Textbausteine wie Anrede, Absender, ja ganze Angebote mit technischen Beschreibungn konnten gespeichert und wieder verwendet werden. Durchschläge mit Kohlepapier mit ihrer oft schlechten Qualität wurden überflüssig. Jede Kopie war so gut wie das Original.
Das wertete den Sekretärinnenberuf auf, denn reines Tippen trat jetzt in den Hintergrund.
Dieser Tage konnten wir ein ähnliches Gerät von Olivetti aufstellen, die Olivetti ETV 260 - gewissermassen eine Weiterentwicklung. Sie kam 1986 auf den Markt. Hier ahnt man schon eher, dass es sich um einen Computer handelt. Sie basierte intern auf PC-Technik (ähnlich einem frühen IBM-PC), war aber als einfach zu bedienendes Bürogerät konzipiert, d.h. Computerkenntnisse waren nicht nötig. Ihr Ausdruck erfolgte in Schreibmaschinenqualität im Gegensatz zu den damals noch üblichen Nadeldruckern.
Diese Geräte stellten eine Übergangstechnologie zwischen elektrischer Schreibmaschine und einem vollwertigem Personal Computer dar. Eine Zeit lang waren sie fester Bestandteil der Büros, bis sie schliesslich Anfang der 1990er von den PCs verdrängt wurden.